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	<title>MOVIEbeta &#187; Making of the next Movie</title>
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	<description>Der Film zur Stadt</description>
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		<title>Intro Mai 2012 – Das Nichts und nichts als es</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 14:23:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Karlspreis sagen wir jetzt nichts! Es gibt unterhaltsameres und vor allem, wichtigeres. Zum Beispiel letzte Fragen. Die erste aller letzten Fragen ist die sog. Grund-Frage. Wie alle interessanten Fragen ist sie nicht beantwortbar. Trotzdem wird sie immer wieder gestellt. ...]]></description>
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			</a>
		</div>
<p>Zum Karlspreis sagen wir jetzt nichts! Es gibt unterhaltsameres und vor allem, wichtigeres. Zum Beispiel letzte Fragen.<br />
Die erste aller letzten Fragen ist die sog. Grund-Frage. Wie alle interessanten Fragen ist sie nicht beantwortbar. Trotzdem wird sie immer wieder gestellt. Am schärfsten und eindringlichsten in den letzten hundert Jahren, von einem etwas wunderlichem Herrn aus dem Schwarzwald.  Dieser Titan des Geistes, namens Martin Heidegger, war vermutlich in seine stylischsten Knickerbocker und sein bestes Waidmanns-Outfit gewandet, als er sich zu seinem ersten Arbeitstag als Philosophie-Professor der Universität Freiburg aufmachte. Mit seiner berühmten, leicht krächzenden Stimme, in der noch berühmteren Antrittsvorlesung vom 24. Juli 1929, wollte er von seinen Studenten wissen: &#8220;Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?&#8221; </p>
<p>Die Studenten wussten das nicht. Aber das ist ja auch nicht Sinn der Sache. Die Grund-Frage wird nicht gestellt um beantwortet zu werden, sondern um einem den Boden unter den<br />
Füßen wegzuziehen. Das funktioniert in den meisten Fällen hervorragend: In höchster Verwunderung, über die Tatsache, dass man existiert, dass <em>etwas</em> existiert, wird man automatisch zum professionellen Stauner – zum Philosphen.<br />
Was aber, wenn man mit irgendeinem luziden Voodoo-Zauber die Frage vielleicht doch beantworten könnte? Zumindest ahnungsweise?  &#8220;Das Gegenteil hat immer recht&#8221; pflegte mein Freund C. einstmals zu sagen. Er hatte natürlich recht: Dieses ominöse &#8220;Sein&#8221; ist viel zu groß für normale Menschen. Das hält keiner aus. Aber sein Gegenteil, <strong>das Nichts</strong> (S.6-11) ist einfach, es enthält gerade mal Null Objekte und exakt genauso viele Qualitäten. Damit müsste man gedanklich doch fertig werden können? Kann man aber nicht. Zumindest nicht mit vernüftiger Sprache. Das hat Sprachanalytiker Wulf Kellerwessel im Gespräch bei LOGOI (S. 6-8) überzeugend nachgewiesen.<br />
Aber was ist mit unvernünftiger Sprache? Was ist mit Salvador Dalis (und auch C.s) paranoisch kritischer Methode der Erkenntnisgewinnung und deren Mitteilung?<br />
Kollege Heidegger geht hier wieder mit bestem Beispiel voran. Studiert man dessen oberste Verlautbarungen zum Sein/Nichtseins-Komplex (&#8220;Sein und Zeit&#8221;), beschleicht einen schnell der Verdacht, das Werk eines Irren vor Augen zu haben. Der Mann redet, oder wie wir Anbeter sagen, &#8220;<em>Heideggert</em>&#8221; blühenden Nonsense der Güteklasse: &#8220;Das Nichts nichtet&#8221;, oder besonders beliebt bei Studenten: „Aus dem Spiegel-Spiel des Gerings des Ringes ereignet sich das Dingen des Dinges.“ Ist der Meister also übergeschnappt? Irgendwie ja und nein. Nein, im Grunde genommen  schon nein. Denn der Mann begibt sich ja, um höchste Redlichkeit bemüht, in die ehrenwerte Gesellschaft von Sisyphus und versucht über Unsagbares trotzdem etwas zu sagen. Die dafür notwendige Präszision, die byzantinischen Logikkonstrukte und der lyrisch enthusiastische Zusatzschub müssen zwangsläufig ins scheinbare Gegenteil umschlagen: In puren Unsinn und das ist gut so. </p>
<p><div id="attachment_13665" class="wp-caption alignleft" style="width: 460px"><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Busch.jpg" rel="lightbox[13352]"><img src="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Busch.jpg" alt="" title="Busch" width="460" height="298" class="size-full wp-image-13665" /></a><p class="wp-caption-text">Charlton Heston ist, der Charlton Heston ist</p></div><br />
Paradoxien sind gut, in Zungen reden ist gut, Tautologien sind gut – eine der herrlichsten kommt von ganz oben und lautet: </p>
<p>Ich bin der ich bin</p>
<p>HAHAHA! Damit wäre die Grund-Frage ja gelöst. Also:</p>
<p>Der ich bin bin ich. </p>
<p>bzw. </p>
<p>Ich bin, also bin ich ich. </p>
<p>Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man Heideggern.</p>
<p><em>Gabor Baksay</em></p>
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		<title>Nichts redigiert</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 19:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ich Idiot! - Baksays Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Making of the next Movie]]></category>
		<category><![CDATA[Apple Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Das Nichts]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach einem arbeitsreichen Nachmittag mit zerebrale Überhitzung und bohrenden Wikipediaspasmen glotzt mich nach getaner Tat die endlich abgespeicherte Datei mit der frechen Lüge: &#8220;Nichts redigiert&#8221; an. (siehe Screenshot) Was ist das für eine neumodische Dateibaum-Infamie meines Schicki-Micki-Macs, der eine sorgfältig tiefergelegte, High-End-Redigierung eines Interviews ...]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><span><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Screenshot-redigiert.jpg" rel="lightbox[13277]"></a>Nach einem arbeitsreichen Nachmittag mit </span><span style="font-family: 'lucida grande', tahoma, verdana, arial, sans-serif; -webkit-border-horizontal-spacing: 2px; -webkit-border-vertical-spacing: 2px; line-height: normal;">zerebrale Überhitzung</span><span> und bohrenden Wikipediaspasmen glotzt mich nach getaner Tat die <em>endlich</em> abgespeicherte Datei mit der frechen Lüge: &#8220;Nichts redigiert&#8221; an. (siehe Screenshot)</span></p>
<p><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Screenshot-redigiert.jpg" rel="lightbox[13277]"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-13293" title="Screenshot-redigiert" src="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Screenshot-redigiert-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Was ist das für eine neumodische Dateibaum-Infamie meines Schicki-Micki-Macs, der eine sorgfältig tiefergelegte, High-End-Redigierung eines Interviews mit einer ordentlichen Professorin über <em>&#8220;Gewissheiten, Unschärfen und Kontingenzen im Begriff des Nichts&#8221;</em> einfach so auf Null zurücksetzt?</p>
<p>15.000 Zeichen sind aber doch nicht <em>Nichts</em>???</p>
<p>Und was, lieber Apple-Besserwissercomputer, ist dann deiner Meinung nach ein eherner Satzdiamant wie dieser?:</p>
<div id="_mcePaste">&#8220;Da jedwedes Erkunden einen Erkundenden, einen Beobachter voraussetzt, ist der Fokus auf die Lichtmetapher als einer Ontologie** des Seienden, vielleicht eher einem methodischen Problem als einer Geringschätzung des Nichtseins geschuldet.&#8221;</div>
<div>Schon klar: Nichts, ne?</div>
<div>Ich glaube, ich kaufe mir  einen Windows-PC.</div>
<div><em>(gb)</em></div>
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		<title>Nichts im Warenkorb</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 10:37:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
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			</a>
		</div>
<p><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Nichts-im-Warenkorb-WEB.jpg" rel="lightbox[13257]"></a>Das numinose &#8211; oder sagt man ominöse? -Nichts im Warenkorb ist in Wahrheit ein Etwas, nämlich das Buch: &#8220;Nichts&#8221; von Ludger Lütkehaus. Es ist zufällig genau die lektüre, die wir nach mehrwöchiger Anhörung der näheren Umstände des Nichts, uneingeschränkt empfehlen können. Lütkehaus hatte schon mit dem hübschen Bändchen, &#8220;Nirwana in Deutschland&#8221;, einen herzerfrischenden Beitrag zum Thema geleistet. Dort beschreibt er die Rezeption deutscher Geistesgrößen von Leipniz bis Hegel auf die im 17. und 18. Jahrhunderts in die Dichterstübchen und Salons dringende Kunde über Buddhismus und östliche Religionen. Die Herren Klassiker tun sich nicht gerade leicht mit dem neuen Gedankengut.</p>
<p><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Nichts-im-Warenkorb-WEB.jpg" rel="lightbox[13257]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13262" title="Nichts-im-Warenkorb-WEB" src="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Nichts-im-Warenkorb-WEB-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hegel klagt über die &#8220;vollkommene Verdumpfung des Bewußstseins&#8221; der indischen Brahmanen, um sich dann in Hasstiraden über deren &#8220;Niederträchtigkeit und grausam gezeichneten Grundcharakter&#8221;, restlos zu vergalloppieren. Joseph Görres fürchtet gar den &#8220;Selbstmord des Universums&#8221;. Während es Imanuel Kant noch gelingt, die contenance zu wahren aber die Unduldsamkeit des Tatenmenschen beeinflusst unübersehbar seine Beschreibung einer Meditation: &#8220;In dunklen Zimmern mit geschlossenen Augen strengen sie sich an, dieses ihr Nichts zu denken und zu empfinden&#8221;, bis dem Alleszermalmer aus Königsberg dann endgültig der Geduldsfaden reißt: &#8220;Wollte Gott, wir wären mit orientalischer Weisheit verschont geblieben.&#8221;</p>
<p>So amüsant und aufschlussreich das Ungemach unserer Geisteshelden mit dem &#8220;Nirwana in Deutschland&#8221; ist, Lüdtkehaus&#8217; Opus Magnunm: &#8220;Nichts&#8221;, das sich, Gott sei&#8217;s gedankt, in meinem Warenkorb befindet, ist nochmal ein ganz anderes Kaliber. Auf 757 preziösen Seiten befinden sich ca. 9048 lesenswerte Sätze über das Nichts. Von Heraklit über Augustinus, Leibniz, Hegel bis zu Sartre und Wittgenstein erhält man einen enzyklopädischen Überblick darüber, was von kompetenter Seite über eine Sache gedacht und gesagt wurde, über die man doch eigentlich gar nichts sinnvolles denken, geschweige denn, sagen kann.</p>
<p>Als Leitfaden des Ganzen spinnt Lütkehaus die in der Neuzeit von Leibnitz als erstem wieder aufgegriffene und von Heidegger mit einer Präzisionswut bis bis zur Vergasung* detailliert aufgedröselte Grund-Frage: &#8220;Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?&#8221;</p>
<p>Kleiner Tipp: Die Rückführung des &#8220;geschaffenen Seienden auf einen Schöpfer als die seiendste Ursache des Seienden&#8221;, ist laut Heidegger, &#8220;die gemeinste und gröbste aller Erklärungen.&#8221;</p>
<p><em>(gb)</em></p>
<p>*Bei Heidegger als lebenden Beweis für die vielen peinliche Tatsache, dass man durchaus braunen Dreck am Stecken haben kann und trotzdem erstklassig denken können kann (darf?), sind Gaskammerwitze nicht nur erlaubt, sondern zur Belüftung des Denkerstübchens gern gesehen und, sofern man nicht übertreibt, durchaus opportun.</p>
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		<title>Demnächst an dieser Stelle: NICHTS</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 14:27:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die lauen Lüfte des kommenden Wonnemonats leiten wir dialektisch um, zum scheinbaren Gegenteil: Der Erforschung der Wonnen der lichtlosen Welt der Nacht und des Nichts. Moviebeta Maithema: Das Nichts. Ist nichts wirklich weniger als etwas? Was soll das eigentlich für ...]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Carrera-Figuren-WEB.jpg" rel="lightbox[13223]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13226" title="Carrera-Figuren-WEB" src="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Carrera-Figuren-WEB-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2012/04/Carrera-Figuren-WEB.jpg" rel="lightbox[13223]"> </a></p>
<blockquote><p>Die lauen Lüfte des kommenden Wonnemonats leiten wir dialektisch um, zum scheinbaren Gegenteil: Der Erforschung der Wonnen der lichtlosen Welt der Nacht und des Nichts.</p>
<p><strong><em>Moviebeta </em>Maithema: Das Nichts.</strong></p></blockquote>
<div id="_mcePaste">Ist nichts wirklich weniger als etwas? Was soll das eigentlich für ein Nichts sein, das dem Individuum nach dessen Tod auflauert? Was genau begründet den Horror des auf seinen entropischen Kältetod zusteuernden Universums? Sind die Huldigungen der westlichen Zivilisation an das Licht in ihrer Überhöhung des Sichtbaren, nicht ein bisschen naiv? Etwa gar peinlich?</div>
<div>Einiges gedacht hierzu hat sich ein wunderbarer Stilist und gefürchteter Lästerer: Arthur Schopenhauer. Die zusammengefasste Antwort seiner Idee vom Nichts gibt er in den berühmten Schlusssätzen von &#8220;Die Welt als Wille und Vorstellung:</div>
<div><em>“Wir bekennen es vielmehr frei: was nach gänzlicher Aufhebung des Willens übrig bleibt, ist für alle Die, welche noch des Willens voll sind, allerdings Nichts. Aber auch umgekehrt ist Denen, in welchen der Wille sich gewendet und verneint hat, diese unsere so sehr reale Welt mit allen ihren Sonnen und Milchstraßen – Nichts.</em></div>
<div>” Was dieser &#8220;Wille&#8221; sein mag, der sich zwischen das Individuum und die Wahrnehmung des Nichts stellt und ob es überhaupt möglich ist, sinnvolle Sätze über das Nichts zu bilden, fragten wir <strong>Dr. phil. Wulf Kellerwessel</strong>, Sprachanalytiker an der RWTH und <strong>Dr. Jürgen Kippenhahen</strong>, Gründer und Leiter des Instituts für Philosophie und Diskurs, LOGOI. Auch gefragt (Was der Buddhismus am Nichts als &#8220;edle Leere&#8221; so wertschätzt?) wurde: <strong>Dr. Jürgen Jakumeit</strong>, Physiker und praktizierender Buddhist der Karma Kagyü Linie. Außerdem fragten wir <strong>Dr. Phil. Dieter Wandschneider</strong> Philosophieprofessor i.R an der RWTH, ob Schopenhauer logische Fehler unterlaufen sind und ob Fragen nach dem Nichts und dem Infiniten in sich bereits widersprüchlich sind.  <strong>Dr. phil. Rafaela Hillerbrand</strong> beantwortet erkenntnistheoretische Fragen nach Gewissheiten, Unschärfen und Kontingenzen im Begriff des Nichts.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Die Moviebeta-Maiausgabe mit dem Themenschwerpunkt: &#8220;Das Nichts und nichts als es&#8221; erscheint, <em>wer hätte das gedacht,</em> am 1. Mai. </strong></div>
<div><em>(gb)</em></div>
<div><em> Illustration: Gabor Baksay / Carrera-Toys</em></div>
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		<item>
		<title>Ex nihilo nihil fit</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 22:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Making of the next Movie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir freuen uns auf das NICHTS-Thema in unserer Mai-Ausgabe und stellen hier schon mal vorab fest, dass aus NICHTS ganz sicher NICHT NICHTS kommt.]]></description>
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			</a>
		</div>
<p>Wir freuen uns auf das NICHTS-Thema in unserer Mai-Ausgabe und stellen hier schon mal vorab fest, dass aus NICHTS ganz sicher NICHT NICHTS kommt.</p>
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		<title>THE VOID&#8217;S LAST STAND</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 11:32:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Psychiatrische Notaufnahme]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt sie noch: Produktive Geistesgestörtheit, die es bewundernswerter Weise schafft, nicht wegtherapiert zu werden, sondern sich in die gesellschaftlich tolerierten Ufer des künstlerischen Ausdrucks hinüber zu retten. Und das irrwitzigste: sogar in Aachen gibt es so was: THE VOIDS ...]]></description>
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			</a>
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<p>Es gibt sie noch: Produktive Geistesgestörtheit, die es bewundernswerter Weise schafft, nicht wegtherapiert zu werden, sondern sich in die gesellschaftlich tolerierten Ufer des künstlerischen Ausdrucks hinüber zu retten. Und das irrwitzigste: sogar in Aachen gibt es so was: THE VOIDS LAST STAND. Eigentlich hätte man schon vom Namen her auf gutes schließen müssen. Was dann aber dank dieser, freundlicher Weise zugeschickten Promo-CD, (danke liebe Void) schlangengleich aus den Speakern quoll und kroch ist ernsthaft sehr, sehr krank. Art Rock aus der psychiatrischen Notaufnahme oder &#8220;Tritonus &#8211; diabolus in musica&#8221;, wie wir Musikjournalisten zu sagen pflegen. Ich liebe es! Beim abhören musste ich dauernd (der Beginn einer Zwangsneurose?) auf dem Cover gegenchecken, ob nicht vielleicht DOCH David Thomas bei dieser Kapelle mitspielt. (Tut er nicht&#8230; aber ich könnte schwören, dass&#8230;)<br />
Jetzt würde ich natürlich nichts lieber tun, als dieses Opus rauf- und runter zu rezensieren. Muss aber erst dieses verdammte Januar-Heft fertig machen.<br />
Die Februarausgabe gehört dann zweifellos in flammender Leidenschaft THE VOIDS LAST STAND.<br />
Ach ja, wer ist eigentlich dieser krypto-perverse Coverartist Helmut Wenske? Und was beabsichtigt dieser mit seiner Namensähnlichkeit mit dem grauenvollen Henning Venske?<br />
Na ja&#8230; okay&#8230; soooo ähnlich sind sich die Namen nun wieder auch nicht.<br />
Ey, macht jemand mal die Musik aus?! Man wird ja noch ganz meschugge!<br />
<em>Gabor Baksay</em></p>
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		<title>Intro 12.2011-Dezernentengelöbnis</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 13:44:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ich Idiot! - Baksays Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Intro]]></category>
		<category><![CDATA[Making of the next Movie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aachener Bürger dürfen jetzt selber wählen, was sie weghaben wollen. („Kein Problem, da nehm ich doch das Stadttheater“, dröhnt der grausame Bass-Bariton des Populismus.) Aber das fleißige Schieben und Regeln an den Schieberegler bei „aachen-rechnet-mit-ihnen.de“ hat ja zum Glück ...]]></description>
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<p>Die Aachener Bürger dürfen jetzt selber wählen, was sie weghaben wollen. („Kein Problem, da nehm ich doch das Stadttheater“, dröhnt der grausame Bass-Bariton des Populismus.) Aber das fleißige Schieben und Regeln an den Schieberegler bei „aachen-rechnet-mit-ihnen.de“ hat ja zum Glück nur „beratende“ Funktion, dient also vorwiegend der häuslichen Alleinunterhaltung und als Alibi für die Politiker, die am Ende ihre Sparbeschlüsse unter des Volkes Nase reibend behaupten können: „Ihr habt das doch selbst so gewollt!“ (Fünf-Minuten-Terrine S. 6)<br />
Eine derart raffinierte Vorgehensweise finden wir natürlich toll und adaptieren sie unverzüglich auf unsere neue Praktikantin, die ja auch immer beschäftigungstherapiert werden muss. Anna Pia Jordan-Bertinelli wurde also kurzerhand zur Ehrenvorsitzenden und zum einzigen Mitglied einer hochkarätigen Jury ernannt, deren Aufgabe es war, aus den zahlreichen uns vom Presseamt der Stadt Aachen zugesandten Fotografien, das schönste auszusuchen.<br />
<div id="attachment_11150" class="wp-caption alignleft" style="width: 150px"><a href="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2011/11/Schwur-groß.jpg" rel="lightbox[11149]"><img src="http://www.moviebeta.de/wp-content/uploads/2011/11/Schwur-groß-150x150.jpg" alt="" title="Schwur-groß" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-11150" /></a><p class="wp-caption-text">Velásquez hätte es nicht besser hingbekommen: Opulentes Dezernentengelöbnis in Beige-Braun       </p></div>Der einstimmige Juryentscheid fiel auf die oben abgebildete Fotografie &#8211; und zwar ausschließlich aus künstlerischen Erwägungen. Die Darstellung der Vereidigung des neuen Personal- und Organisationsdezernent der Stadt Aachen, Dr. Lothar Barth, hat in ihrer stringenten Bildkomposition und der vieldeutigen Lebendigkeit der Figuren verblüffend altmeisterliche Qualitäten. Die üppige Nuancierung des Farbspektrums Braun ist Rembrandverdächtig und kulminiert dramatisch in der roten Krawatte in der Bildmitte. Geradezu genial ist aber, wie der Künstler sämtliche Braun- Beige- und Rottöne des Vordergrunds aus der Farbskala des Hintergrundgemäldes entnimmt. Dabei reicht der emotionale Spannungsbogen der Figuren von der unbefleckten Gefühlsreinheit des Schwörenden, über die durch die Peitschenhiebe des Lebens ernüchterte Figur links, bis hin zur düsteren Zerrissenheit der mit sich (und dem Dolche im Gewande?) ringenden Figuren im rechten Bildbereich. Leider konnten wir bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung bringen, wer der außergewöhnlich begabte Auteur dieser Aufnahme ist. Gerne hätten wir ihm oder ihr ein Praktikum angeboten.<br />
<em>Gabor Baksay</em></p>
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		<title>In den Knast für &#8220;hik&#8221;-Miniposter?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 09:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Making of the next Movie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wüsste gerne mal, ob man für ein Miniposter verklagt werden kann mit der Überschrift: &#8220;Hautkrebs clever kaufen bei hik&#8220;? Vielleicht sollte man sicherheitshalber statt &#8220;clever&#8221; noch &#8220;selber&#8221; schreiben, um dadurch vom Original etwas weiter weg zu kommen. Würde ja schon ...]]></description>
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		</div>
<p>Wüsste gerne mal, ob man für ein Miniposter verklagt werden kann mit der Überschrift: &#8220;<em>Hautkrebs clever kaufen bei hik</em>&#8220;? Vielleicht sollte man sicherheitshalber statt &#8220;clever&#8221; noch &#8220;selber&#8221; schreiben, um dadurch vom Original etwas weiter weg zu kommen. Würde ja schon gerne die Anmutung des Originals nachempfinden, also roter Hintergrund, vielleicht sogar das Häckchen über dem &#8220;i&#8221;. Das wäre aber vermutlich wegen &#8220;Verwechslungsgefahr&#8221; zu riskant. Hm&#8230;?<br />
Das Poth-Foto hier gehört natürlich NICHT zum Poster (dann wäre der Knast ja sicher), sondern dient nur zur Vorabillustration. Das Poster wäre eine frei nachempfundene Seite aus einem Textil-Katalog und Models mit merkwürdigen Farbspielereien auf dem Körper.<br />
<em>Gabor Baksay</em></p>
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		<title>HILFSPAKETE – Kleine Parallelerzählungen zur Zeitgeschichte unter besonderer Berücksichtigung des 11.9.2001 von Manfred Hulverscheidt</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 17:35:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Making of the next Movie]]></category>
		<category><![CDATA[MAnfred Hulverscheidt]]></category>
		<category><![CDATA[Nine Eleven]]></category>
		<category><![CDATA[pictures]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bisher geschah &#8230; Zufriedenheit stellte sich erst mit der Lösung der Schuldenkrise ein. Da geschah unter dem eh schon verdunkelten Himmel dieses Sommers in Norwegen ein grauenhaftes Attentat. Mindestens zwei Wochen lang wühlte die Tat die Gemüter auf. Sprachexperten ...]]></description>
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			</a>
		</div>
<p>Was bisher geschah &#8230;<br />
Zufriedenheit stellte sich erst mit der Lösung der Schuldenkrise ein. Da geschah unter dem eh schon verdunkelten Himmel dieses Sommers in Norwegen ein grauenhaftes Attentat. Mindestens zwei Wochen lang wühlte die Tat die Gemüter auf. Sprachexperten sagten, der Attentäter spräche wie ein NATO-OBERSEKRETÄR, angeblich ohne Chef außer Gott und dem Teufel. Die Schuldenkrise köchelte unterdessen weiter und spukte nur ab und zu gefährlich aussehende Stichflammen in die Luft. Dann zitterten jedesmal die Weltbörsen. Auch zuhause, am heimischen Gasherd hatten die Gazprom-Rechnungen bei den zwischengelagerten Völkern die Schmerzgrenze längst überschritten. Der Familienvater sinniert vor sich hin: „Was soll aus der Familie werden, wenn meine Kinder in die Schusslinie des Wahnsinns geraten?“ Dann widmete er sich wieder seinen paranalytischen Zeitproben, und las und las und dachte nach und wusste nur: ‚Bis heute bleibt die Frage, wer diese lethalen Clowns fördert, weitgehend unbeantwortet.’<br />
In der Morgendämmerung wartete der Familienvater immer noch auf ein Hilfspaket.</p>
<p>01<br />
Zufriedenheit stellte sich erst mit der Lösung der Schuldenkrise ein. Davor lag die Schuld wie ein hellbrauner Büroteppich unter den Füßen, dessen Datum längst abgelaufen war, wie ein Gehweg der Mutlosigkeit, der zu immer neuen Gipfeltreffen führte. Täglich musste ein Zahlungsausfall verhindert, täglich eine neue Sonne geschwärzt, eine rote Zahl zum Glühen gebracht werden. Zahlungsausfall auf Zahlungsausfall versank im braunen Teppich, verunreinigte, verfilzte, verpilzte ihn, mit vergossenem Saft, verbrannten Aschepartikeln. Die Schäden waren irreparabel, kein Katastrofenhilfswerk schritt ein und sagte: hier, weg mit dem Schuldscheiß, ein nagelneues Parkett muss her, mit nagelneuen Geldscheinen, zum Finanzausgleich der Bezahlten, auf möglichst großen Zahlen ausgelegt.</p>
<p>02<br />
Da geschah unter dem eh schon verdunkelten Himmel dieses Sommers ein grauenhaftes Attentat in Oslo und der Seeinsel Utöya im Nordwesten der Stadt. Wie ein Blitz schlug das Attentat in die Schuldenkrise ein, ohne im Geringsten etwas zu ändern. Es war eine skandinavische Umkehrung des 11. September, sie erzeugte keinen Haßstau, sondern war die reinste Hassabfuhr, die sich denken läßt. Den Erdenbewohnern rund um die Erdölgebiete im nahen und mittleren Osten war das Muster längst vertraut. Hier im friedlichen Norden hatte allerdings niemand damit gerechnet, dass ein angeblicher Einzelgänger, ein Freiwilliger des nordatlantischen Bündnisses, ein solches Beispiel geben würde. Er hatte sich neun Jahre auf etwas vorbereitet, an das wir uns nun in den folgenden neun Jahren würden gewöhnen müssen.<br />
Die Gläubiger waren merkwürdig still, als hätte sie irgendetwas beruhigt. Vielleicht war es nur die Ferienzeit. Aber diese Ruhe war trügerisch, so als wüßten sie, dass eh nichts mehr zu holen war, während sie auf Möglichkeiten sannen, doch noch etwas aus dem Geschaftel und Geracker der Völker herauszuholen. Und die Schuldner, wir, das Volk, er, der Familienvater? Anstelle eines dringend benötigten Hilfspakets erfuhr er, dass dieser alles und jeden erschreckende Todesschütze seine ganze Jugend damit verbracht hatte, ein Fanal zu setzen. Er dachte: ‚Was für ein Idiot verschwendet viele Jahres seines Lebens darauf, zu einem Phantom zu werden? Wozu? Der Attentäter erklärte es auf über tausend Seiten, die kaum wahnsinniger waren als was nicht längst gewählt oder sogar regierungkompatibel geworden wäre. Ähnelte dieses Manifest nicht dem spitzfindig aufbereitetem Geschwafel, das irgendein scheel blickender Ex- oder Nochbänker längst vorausgesagt hatte: Zuviel dunkle Muslimhaut wird hierzulande unter langen Gewändern versteckt, das wird böse enden! &#8211; viel zu wenig Blondinen und Blondininnen, die im Geiste des Kreuzes oder Zions Feste von schlampiger Baumwolle oder dünner Seide umhüllt herumliefen.<br />
Der Verlauf dieser blutigen Geschehnisse wurde erst viel später, wenn überhaupt jemals, rekonstruiert. Wird der Attentäter überhaupt überleben, oder wird er grummelnd und auf Befreiung hoffend hinter Gefängnismauern verschwinden, Memoiren schreibend? Wird er eines plötzlichen Todes sterben wie viele obskure Vorgänger? Geben die Norweger nur darum maximal 20 Jahre Strafe, weil sie ahnen, dass das Leben im Knast die Hölle ist oder weil sie ‚aus jedem Menschen etwas machen’ wollen.</p>
<p>03<br />
Mindestens zwei Wochen lang wühlte die Tat das Gemüt unseres Familienvaters auf. Dann wurde der blutige Zirkus in nordafrikanischen Wüstengebieten weitergesponnen, und außerdem war das dringend benötigte Hilfspaket auch heute morgen immer noch nicht eingetroffen. “Im Krieg ist das erlaubt” hatte der Attentäter in einer ersten Vernehmung eiskalt verkündet, als man ihn fragte, ob unbewaffnete Jugendliche ernst zu nehmende Kombattanten wären. Er tat so, als hätte er im Alleingang, innerhalb weniger Stunden, bewiesen, in hohem Maße kriegstauglich zu sein, dass man ihn eigentlich längst hätte rekrutieren und ins weit ausgedehnte islamisch besiedelte Schlachtfelder hätte schicken müssen. Da musste etwas an der Heimatfront geschehen. Gab es nicht genug Kerle wie ihn? War das Töten wehrloser Menschen für ihn nicht längst zu einem Sport geworden, wenn auch in den Wüsten seiner Einbildungskraft?  „Sollte er mit dem Attentat scheitern und entkommen”, so schrieb der Attentäter an anderer Stelle, ”kann ich mir vorstellen, im Ausland für eine Sicherheitsfirma zu arbeiten, wo ich in kürzester Zeit soviel Geld verdiene, um die Schulden zurückzuzahlen”. Aha.<br />
Warum überhaupt die Insel Utöya, warum waren die Meldungen über den Migrationshintergrund der Mitglieder des Jugendcamps so verschämt? „Diesen Jungsoozen werden ichs zeigen, wenn sie glauben, man könnte angesichts der Bedrohung durch den Islam und angesichts der humanitären Zivilschutzkriege daheim auf einer schnuckeligen Insel ein Ferienlager veranstalten, ohne auf bewaffnete Angriffe vorbereitet zu sein?! „Ich mach es Euch mal vor!“ so hatte er gedacht, so hatte er gemacht.</p>
<p>04<br />
Sprachexperten behaupten, der Attentäter spräche wie der NATO-OBERSEKRETÄR, bei dem man nie recht wüßte, wer eigentlich dessen Chef sei. Gerüchte gehen um, es gäbe da einen Club von Freunden, bei denen Amerikaner und sogenannte „atlantisch“ gesonnene Menschen jährlich einmal alles besprächen und koordinierten. Langsam begriff unser Familienvater, wieder einmal in Gedanken über den Attentäter und die Umstände dieses Verbrechens versunken, dass es ja Aufgabe der Schnell-Sonder-Eingreiftruppe war, Hilfspakete zu sichern, dass er ja selbst just in diesem Augenblick mit  seiner Hauptbeschäftigung beschäftigt war,  nämlich: auf Hilfspakete zu warten.</p>
<p>05<br />
Mangels anderer Beschäftigung zum Erwerb seines Lebensunterhalts ging es weiter rund in seinem Kopf. War der Täter ein Rächer auf verlorenem Posten? „War er ein durch und durch von politischen Extremisten gesteuerter Agent?“ – Nein, sonst hätte man ihn laufen gelassen oder ins Jenseits befördert.<br />
Die kleine Tochter spürte am Sonntagabend, wenn Inspektor Columbo im unsterblichen Äther umherlief und sie schon fast eingeschlafen war, wie sehr ihr Vater sich wünschte, die großen Menschheitsverbrechen würden mit ähnlicher Hartnäckigkeit befragt und aufgeklärt wie in dieser Serie. Und während die heißen Wünsche ihres Magens durch die Macht des Logos nicht zu zähmen waren, blieb sie ruhig liegen, trank ihre Milch und lauschte auf die Dialoge aus dem Nebenzimmer. </p>
<p>06<br />
Die Schuldenkrise köchelte weiter. Am heimischen Gasherd hatten die Gazprom-Rechnungen längst die Schmerzgrenze der zwischenlagernden Völker überschritten. ‚Was soll aus uns werden, wenn unsere Kinder in die Schusslinie des Wahnsinns geraten? Ist es nicht empörend, dass Kinder offenbar zum Hauptziel kriegerischer Unternehmungen werden? Von der schon schamlosen Ausnutzung der Not vieler junger Familienväter mal ganz zu schweigen!’ Zu viele waren nicht mehr auf der Habenseite des menschlichen Daseins zu finden, zu viele injizierten giftige Gedanken direkt in ihre feinädrigen Ganglien, die vor Stolz, Gerechtigkeitssinn, Hass und Hingabe fast am Platzen waren, während die Wirtskörper dieser Nerven fast nebenberuflich ein paar Aufträge an den Laptops von Militär, Finanz- und Sozialverwaltung besorgten, dem neuen MFS. Akteure aktierten für Aktionäre ohne Aktien. Ein bizarres Universum, wenn man überhaupt von etwas so großartigem wie einem Universum sprechen konnte. Nur ca. 8% der Bevölkerung waren in den Wohlstandsländern zu Anteilseignern geworden, deren Ängste, Anliegen und Anlagen nun über Gebühr betont wurden, rot-grün wechselnde Banderolen liefen am unteren Bildrand der Sender, während auf dem Restbild zugekleisterten Bildschirms niedliche Eisbären einen Bericht über die bedrohlich Lage der Eisbären illustrierten.<br />
„Den einen gehört das Recht, andern das Geld, den einen die Pacht, den andern das Land, den einen die Saat, den andern die Frucht, den einen das Grundstück, den andern das Haus, den einen das Werkzeug, den andern das Talent.“ &#8211; „Was meinst Du damit, Pappi?“ fragte die kleine Tochter den Familienvater. „Ich meine, es sind immer andere, die das besitzen, was Du bewohnst oder benutzt oder genießt, nie bist du es selbst, der es besitzt“ – „Du gehörst mir!“ </p>
<p>07<br />
Die Schuldenkrise verschärfte sich auf allen Ebenen. Die Menschen lebten nicht mehr in Staaten, sondern Zonen. Es schien, als ob es für uns Normalsterbliche nicht die geringste Sicherheit gäbe. Fanatiker waren bereits in die Reihen der Sicherheitskräfte eingedrungen, die Sicherheitskräfte der Hochfinanz waren komplett unterminiert von Brabbelexperten, die nun seit Jahren die absolute Lufthoheit über das tägliche Unsicherheitsgebrabbel brabbelnd unsicherer Unsicherheiten unsicherer Menschheiten in unsicheren Gebieten übernommen hatten. In diese Zeit fiel auch der zehnte Jahrestag des elften Septembers, alle waren komplett überinformiert und noch einmal würde „das Grauen vor unseren Augen auferstehen.“<br />
Aus dem Kommissionsbericht einer unbekannten Kommission, die vielleicht nie getagt hat, der von Niemandem niedergeschrieben, geschweige denn veröffentlicht wurde. Er lautet:<br />
 „Die Frage, wer diese tödlichen Clowns gefördert hat, bleibt trotz deutlicher Hinweise in bestimmte Richtungen weitgehend unbeantwortet. Inkonsistente Einzelheiten beschreiben den Tatverlauf, nur unbewiesene, unbeweisbare Aussagen oder Beschuldigungen stützen sie, die außerdem durch Folter erpresst wurden. Sie ergeben eines oder mehrere Phantombilder eines bizarren Vorgangs. Viele Spuren, die auf Mitwisser und Mittäter schließen lassen, führen augenscheinlich in die Nähe verschiedener Geheimdienste. Ein angeblicher Mittäter lebte sogar in Wohngemeinschaft mit einem FBI-Mann. Fest steht: Irgendein Begleitschutz von westlicher Seite muss vorhanden gewesen sein. Irgendjemand muss die drei New Yorker Gebäude präpariert haben, sonst wären sie niemals so eingestürzt, wie sie eingestürzt sind. Somit muss es inländische Mitwisser und Mittäter gegeben haben, die in der Lage waren, ohne Aufsehen die Gebäude zu präparieren.“ DAT: 2-10-2003<br />
Der Familienvater fragte sich: Wenn es somit Mitwisser gab oder gibt, &#8211; warum hat keiner gesungen? Die Haupttäter müssen sehr verschwiegene Leute sein, sofern sie noch am Leben sind. Es gab zu vieles, was kriminalistischer, forensischer Logik oder einfachen Erfahrungssätzen widersprach. „Wir wissen tatsächlich nicht, wer es gewesen ist; alles, was wir haben, sind Bilder, unsystematisch ermittelte Zeugenaussagen, einen Rattenschwanz kriminalistischer Merkwürdigkeiten, der von einem unerklärbar engen Einschlagsloch am Pentagon, bis zu bewiesenen Thermitspuren im Staub der zwei Riesen und des kleineren Nachzüglers in unmittelbarer Nachbarschaft reicht, das am späten Nachmittag plötzlich und unerklärlicherweise in seine eigenen Fußstapfen fiel.“<br />
Jemand hatte ein großes Interesse an großer Verwirrung. Wer konnte das sein? Unser Familienvater hielt sich mit seinen Vermutungen zurück und sammelte fleißig weitere Belege über weitere Ungereimtheiten.</p>
<p>08<br />
Die Müllmänner waren die einzige Lärmbelästigung in dieser ruhigen Straße, Polizei und Feuerwehr mieden diese Gegend, weil hier eh nichts anbrannte, einziges Berliner Stadtgespräch war die Wiedergeburt des ‚Füerlimann’s, des Autofeuerteufels, der jeden und alles ansteckte, was nach wertvoller Karosse aussah. Er vermehrte sich bzw. hörte einfach nicht auf. Das war es, was die Polizei beunruhigte. Zu viele Kaskobetrüger hatten sich in die Reihe der Feuerteufel eingeschlichen. Dr. Seltsam, der jetzt ein völlig verschuldeter Finanzminister war, forderte den flächendeckenden Einsatz der Bundespolizei.<br />
Obwohl alle Familien in unserem Viertel auf dem Schlauch gingen, fragte keiner der Familien-Mütter-und-Väter-in-einer-Person die Journaille, wer den ganzen Terrorzirkus eigentlich finanziere, wieviel das ausmache, pro Haushalt, pro Tag umgerechnet. Unser Familienvater, der auch heute wieder mehrere Stunden mit Warten verbracht hatte, hätte genug Zeit zum nachrechnen gehabt, aber es fehlten ihm trotz Internetzugangs die nötigen verlässlichen Basisdaten. Er seufzte seiner kleinen Tochter vor: „Wir wissen einfach zu wenig.“ – „Wieso müssen wir mehr wissen als wir wissen?“ – „Weil wir zu wenig wissen.“ – „Wovon wissen wir zu wenig? &#8211; und während der Familienvater ins Grübeln verfiel, fuhr sie fort: „Du sagst, dass Du hier sitzt und auf ein Paket wartest. Woher weißt Du überhaupt, dass es unterwegs ist?“ – „Weil ich es im Internet verfolge. Überall gehen Hilfspakete um?“ – „ Willst Du eins davon abhaben?“</p>
<p>09<br />
Natürlich wussten einige Wissende, was sie wussten. Aber es half nichts. Überall wurden Hilfspakete angekündigt, irgendwelche Hilfesuchende warteten tatsächlich darauf, dass sie an sie abgeschickt wurden, dass sie möglichst bei ihnen ankamen, aber dazwischen lagerten Lügenpiraten, kaperten gemütliche Handelsschiffe, lagen Zollbehörden und wollten auch ihren Teil. Immerhin waren sie auch recht hilfsbedürftig, wenn man ihre großen Familien so betrachtete. „Überhaupt ist noch die Frage zu klären, wer überhaupt als hilfsbedürftig eingestuft werden soll, kann oder darf! Das, meine Liebe, ist nicht so einfach, wie es aussieht. Die Spender würden das kleine magere Kind am liebsten gleich durch die Plakatwand hindurch füttern, mit Biokost.“ „Warum ist auf den Plakaten die Schwester mit dem Kreuz immer weiß und runzelig und das Kind immer schwarz, mager und hohläugig?“ fragte die kleine Tochter. „Ich weiß auch nicht, wo die fetten Kinder von Landau geblieben sind“ antwortete ihr Vater.</p>
<p>10<br />
Es mussten jetzt zweifellos Maßnahmen ergriffen werden, durchgreifende Sofortmaßnahmen. Ein Überfall auf einen Wagen mit Geldkoffern schien die klassische Lösung auf die Schuldenkrise zu sein. Warum war es so schwierig, jemandem das Geld hier einfach einzufrieren, auf minus 38 Grad, um es an anderer Stelle, am besten in der eigenen Hosentasche, wieder auftauen. Die Idee schien gedanklich brillant, aber technisch undurchführbar. Es fehlte hinten und vorne an Kompetenz.<br />
Fünfzig Jahre alte Schwarzweißfilme spukten im Kopf unseres Familienvaters herum, er wurde müde und murmelte: “Auf der ganzen Welt gibt es zuviel Sicherheitspersonal, zuviel Umstände machen die für alles’ . Er war über seine Gedanken nicht in Erregung geraten, sondern geradewegs eingeschlafen, als ihn seine Tochter ein paar Stunden später mit heftigen, aber unsanften Liebkosungen aus dem Schlaf riss.</p>
<p>11<br />
„Pappi, Paappi, wach endlich auf!“ Sie schlug gegen seine Backen. Der Schmerz, der von ihren Fingernägeln herrührte, ließ ihn hochzucken. „Da ist jemand an der Tür, der will eine Unterschrift.“ – „Das Paket!“ – In der Tür stand ein fetter Herr und wollte überhaupt nicht stören. Es war nur ein Einschreiben mit Rückschein, eines jener Schreiben, die zur Schuldenkrise einfach dazu gehörten, Obdachkrise, Umweltkrise, Arbeitskrise, Familienkrise, Kinderkrise. „Hier, unterschreiben!“ Handkrakel auf Pad, „schönen Tag noch“. „Nein, kein Paket“ murmelte unser Familienvater, „aber das Paket wird jetzt wirklich dringlich. Was meinst Du, sollen wir tun?“ „Liest Du mir ein Märchen vor?“</p>
<p><em>Manfred Hulverscheidt</em></p>
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		<title>Miniposter Juli 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 19:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Baksay</dc:creator>
				<category><![CDATA[MOVIEBETA Miniposter]]></category>
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