“Was wären das Frühstück und Abendbrot ohne ein leckeres Butterbrot mit frischen Zutaten?” Eine Heimsuchung biblischen Ausmaßes wäre das! – und um diese Bankrotterklärung auf dem Frühstückstisch zu verhindern, hat die Creativ-Commission  der Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) den “Tag des Butterbrotes erfunden.” Unter dem ausgelassenen Motto: “Achtung, fertig, Butterbrot!” das “Deutsche Bäckereihandwerk” der Welt zeigen zeigen, “was die Stulle so alles drauf hat.”
Denn blöder Weise gewinnen “Toastbrot, Müsli und Cornflakes” immer mehr an Beliebtheit und das Butterbrot führt immer mehr ein Schattendasein. Dabei genießt “das mit vielfältigen Leckereien belegte Köstlichkeit” bei Catering-Diensten für Geschäftsessen, Partys und Feste, eine verfeinerte Kultivierung”, aber leider nicht unter dem korrkten Namen Butterbrot, sondern im frankophiler Zeitgeistjargon als “Canapé.Â
Am 26.9. ist es soweit, dann bricht der Ehrentag des “nahrhaften Allroundstars” an. Das ist uns aber egal. Wir feiern jetzt schon und zwar in einem durch bis zum 26. Aber nicht mit so einem weicheibeschmierten Canapé oder bis zur Selbstverleugnung verdenglischsten Sandwich, sondern mit den herrlichen Creativ-Creationen der Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft, denn: “Der Geruch des Brotes ist der Duft aller Düfte. Sozusagen der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat.” (Jaroslav Seifert in Bäckerblume)Jetzt soll bitte noch jemand den Tag des Seitenscheitels erfinden, weil diese gegelten, überall wie die Pilze aus dem Boden schießenden Wuschelfrisuren für jeden halbwegs echt empfindenden Zeitzeugen eine Zumutung sind.
Gabor Baksay

Achtung, fertig, Butterbrot!
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