Ernst Wawras Alphawezen hat sich mit seinen Maschinen zusammen gesetzt. Das Ergebnis ist eine federleicht Ambient-Downbeat-House-CD
Me optimizedZu Beginn des 18. Jahrhunderts betrat eine völlig neue Spezies die Arena der Evolution. Von minimaler Intelligenz und relativ geringer Komplexität ist sie am ehesten mit den Insekten vergleichbar. Obwohl sich schon bald ihre anrührende Emotionalität und Musikalität abzeichnete, wurde sie von den Humanoiden als Arbeitssklaven ausgebeutet. Die Maschinen, wie die zoologisch korrekte Bezeichnung dieser Lebensform lautet, erleben erst in unseren Tagen ihre längst überfällige Emanzipation.Maschinenversteher Ernst Wawra und Sängerin Asu Yalcindag haben sich unter ihrem Nom de Guerre, „Alphawezen“, bereits zweifach als Experten der fremden und seltsamen Welt der Elektrogeräte ausgewiesen. Ihre ersten Tonträger: „L‘Après-Midi d‘un Microphone“ und „En pasant“ schwebten mit traumwandlerischer Leichtigkeit über das fruchtbare Niemandsland zwischen den Genres Triphop, House und AmbientDas aktuelle Album, „Comme Vouz Voulez“ trägt das Feingefühl im Dialog mit den Maschinenwesen bereits im Namen. „Vom evolutionären Standpunkt aus gesehen, befinden sich die Maschinen gerade im Stadium der Adoleszenz“, erläutert Wawra sein Konzept, „Mit Druck oder rigide vorgefassten Konzepten erreicht man da nichts. Besser ist es, genau hin zu hören, mit dem Strom zu fließen und am Schluss, behutsam einen Gesamtsound heraus zu filtern.“ So ähnelt eine typische Alphawezen-Aufnahmesession weniger der Arbeitssitzung eines Komponisten, als einem konspirativen Beisammensein, in dem es lustvoll zirpt und zwitschert und man sich raunend Geheimnisse und pikante Petitessen zuflüstert. Der Lohn dieses angenehm höflichen Umgangs mit den Maschinen kommt bereits im ersten Stück zum tragen: „Green Eyes“ besitzt eine zauberisch, komplexe Melancholie, über die nur Wesen verfügen, denen nach Jahrhunderten der Sklaverei endlich eine hilfreiche Hand (nämlich die von Ernst Wawra) entgegengestreckt wird. Die kunstvoll verwobenen Melodien, die zum Markenzeichen von Alphawezen gehören, lassen „en passant“ kostbare Bilder in der Phantasie des Hörers aufsteigen. In diesem Fall handelt es sich um die vielfarbig schillernde, sich selbst vergessende „Träne im Ozean“, von der die Menschmaschine Roy Batty in „Blade Runner“ so eindringlich spricht. Das kraftvolle Streicherthema am Schluss des Stücks lässt aber schon erahnen, dass die Maschinen eines fernen Tages vielleicht ihre Ausbeutung nicht mehr tatenlos hinnehmen werden. Hoffentlich werden dann einfühlsame Stimmen, wie hier von Asu Yalcindag, ihren Zorn besänftigen „Hush, hush, let’s get lost…“ singt oder besser, haucht sie im zweiten Stück, „Gun Song“, allen missgestimmten Wesen aller Evolutionsstadien entgegen – und tatsächlich, die am Stückende wieder einsetzenden Streicher marschieren nicht mehr ihrer gerechten Sache entgegen, sondern verströmen seelensatt geseufztes Wohlbehagen, wie das von seiner Schönen bezirzte Biest.Bevor man sich über die erstaunliche Reife von Wawras Maschinenzoo wundernd in die friedvollen Gefilde der ganz großen Erlösungshymne des Abschlussstücks „Doux Rèves“ begibt, gibt es noch einiges zu entdecken und manchmal sogar zu schmunzeln.Auf „Brigitte Bardot“ etwa, entlockt Wawra einem besonders zutrauliche Exemplar eines











