Wenn Dichter zu sehr dichten

Der nach dem verlorenen Spanienspiel ins Gras sinkende Bastian Schweinsteiger bedeutet dem Dichterfürsten Martin Walser anscheinend irgendwie alles oder so.

Martin Walser hat in der Süddeutschen einen offenen Brief an Bastian Schweinsteiger geschrieben. Anscheinend führten höhere Mächte des Meisters Feder, denn er bekennt: „ich MUSSTE reagieren auf diesen grandiosen Fußballer, der nach einem 0:1 so kniet, so sich beugt.“ Es folgt eine köstliche Etüde dichterischer Onkelhaftigkeit, in der Walser den jovialen Fußballversteher gibt, um sich dabei heillos im Gespinnst feulletonistischen Bramabarsierens zu verschweinsteigern. In seiner Depesche („Lieber Bastian Schweinsteiger“) verortet Walser den Zusammenbruch des stellvertretenden Kapitäns nach dem Spanienspiel, in ähnlich zeitlosen ikonografischen Dimensionen wie Willy Brandts Kniefall in Warschau oder zumindest Zidanes Kopfstoß in Dortmund 2006 oder warum nicht gleich die Flugzeuge von 9/11 oder der Urknall oder was.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/walser-an-schweinsteiger-schweinsteigers-kniefall-1.972794

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