Heil und Tesch schmeißen Handtuch

HartmutIn einer überraschenden Nacht- und Nebelaktion kündigten Chefredakteur Hartmut Heil und Musikkolumnistin Verena Tesch aka diePommeranze am 1.6. 2007 ihre Ämter. Während bei Heil vorwiegend der Missmut über die ihm ständig zusätzlich aufgebürdeten Verpflichtungen der MOVIE-Vermarktung zu einem signifikanten Ermüdungseffekt führten, liegen die Kündigungsgründe bei Verena Tesch im eher undefinierten Halbdunkel zwischen familiärer Überlastung, Überhäufung durch Arbeit und ihrer wachsenden Ablehnung, der von MOVIE-Herausgeber Gabor Baksay immer dringlicher eingeforderter Berichterstattung über Drone- und Noise Musik. (“Aua im Kopf” – V.T.)verena.jpgDie weitere Verfügbarket als freie Mitarbeiterin ist bei Tesch noch nicht restlos geklärt. Hartmut Heil dagegen versichert, weiterhin für das MOVIE seine humorigen Textbeiträge schreiben zu wollen, nur für das mit dem Chefredakteursposten eng verzahnten “Vermarktungsgeseiher, das ich auch noch gut finden soll” will Heil definitiv nicht mehr zur Verfügung stehen.Die Frage, inwieweit diese Kündigungen mit dem professionellen Druck in Zusammenhang stehen, der in einem anspruchsvollen Oberschichten-Magazin wie dem MOVIE naturgemäß bis an die Grenze der Belastbarkeit geht, darf sich die MOVIE-Leser selbst beantworten.Die Redaktion steht jetzt vor der Aufgabe, einen neuen Chefredakteur zu finden, der die Charakterstärke besitzt, sich auch mal mit dem Anzeigenverkauf dienlichen Wortgebilden wie “Sonderbeilagen”, “Gastrotipps” oder “Wellnessreportagen” die Hände schmutzig zu machen und in einer fintenreichen Doppelstrategie gleichzeitig die Vakanz in der Musikredaktion mit einem Vollprofi neu zu besetzen, der oder die für einen ordnungsgemäßen Konzerbesuch bereit ist, seinen Nachwuchs auch mal über Nacht bei “Oma” oder “Opa” abzustellen.Hartmut Heil hat für sein nächstes (und letztes) MOVIE-Intro eine ausführliche Darlegung „Warum ich die ganze Scheiße nicht mehr will“ angekündigt.

Über den Autor

Ein Kommentar

  1. Hartmut Heil sagt:

    Richtigstellung

    Im Eifer des Trennungsschmerzes sind Herrn Baksay wieder einige seiner berühmten “Fehlerchen” unterlaufen, die ich hier wie gewohnt kurz geradebiegen muss.
    Ich habe niemals behauptet, dass ich für das “Vermarktungsgeseier, das ich auch noch gut finden soll�, nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Ich habe lediglich auf meine charmante Weise dargelegt, dass ich definitiv keine Pilze mehr auf windiges Marketinggewichse, auf das ich auch noch stolz sein soll, habe.
    Des weiteren ist die Andeutung, ich sei dem professionellen Druck, der mit der Produktion des Magazins einhergeht, nicht gewachsen, absolut irreführend. Im Gegenteil, ich habe einen professionellen Druck immer befürwortet und werde es weiterhin tun. Schließlich habe ich mich lang genug mit dem Versuch herumgeschlagen, das Movie zu Hause mit Kartoffel- und Linoliumdruck in Eigenregie zu produzieren. Von daher weiß ich die Zusammenarbeit mit einer guten Druckerei durchaus zu schätzen. Die wahren Gründe meines Endens nenne ich im nächsten Heft in einem ausführlichen Spezialteil, in dem sich auch führende Vertreter von Wissenschaft, Religion und Gesellschaft zu den dramatischen Vorgängen in der Movie-Redaktion äußern werden, es sei denn, es ist wieder mal wegen diverser Gastritistipps und interessanter Produktinformationen kein Platz mehr für Dinge, die die Menschheit wirklich bewegen.

Schreibe einen Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.