Posted am 02.01.2010, 20:47 in Home, Allgemein von Musikredakteur

Hundertmal Popschleudern, INDIEoten, Feierschweine…

popstadl 100 party

Mit dem POPSTADL, 2001 aus der visionären Noisy Nuggets-Reihe hervorgegangen, erspielte und erfeierte sich das dynamische Trio Marius, Markus und Silvia eine lokale Vorreiterrolle in Sachen gitarrenorientierte Tanzbodenunterhaltung. Am 30. Januar wird das Kind stolze Einhundert Partys alt.

Einst als hoffnungsvoller Impuls gegen Majorlabeldiktate und ähnliche Boshaftigkeiten in der gitarrenorientierten Musikwelt eingeschlagen, fristet „Indie“ speziell seit den späten 00er Jahren dank Trenderfassung ein doch arg aufgeweichtes wie rundgelutschtes Dasein, das zuweilen in vorderen Chartplatzierungen gipfelt. In den Augen der POPSTADL-Macher perfekt vertreten vom musikalischen KKK-Dreigestirn: Killers, Kooks, Kings Of Leon. So weit, so austauschbar.

Rückblende: 1997. Derlei Probleme waren fern. Indie, Britpop, Gitarrenrock – nicht gerade der Bringer in den Discotheken landauf landab. „Man hatte ja damals nichts“, sagt man heute üblicherweise. Aus einer Wir-können-das-besser-Einstellung heraus, gepaart mit einem kräftigen Schuss Idealismus entstand ein Partymonster, das in der Folge die Freunde der alternativen Tanzmusik zu bezaubern und vergrößern vermochte. Mittlerweile gebar das alte Party-Muttchen bereits den einen oder anderen Ableger, wie es so üblich ist in Familien wie Musikstilen: So entstanden etwa die Bastarde SUPER DIGITAL und OHNE BEAT NIX LOS für die Elektrolurche und Remix-Freunde. Den Klassikern aus den Anfangsjahren wird heute vornehmlich bei HAPPY DAZE gehuldigt, wo die Klassiker aus frühem Britpop, Shoegazer oder dem nahezu Vergessenheit geratenen Acid-Gezappel namens Madchester Rave.

Vollwertiges Mitglied der POPSTADL-Crew ist neben den DJs Marius - Popklops und Designikone - und Markus - bekannt als Part-Time-Exzentriker Gustl - auch Silvia, legendäres Feierschwein und heimliches Vorbild aller Frauen, die mit Kippe und bierähnlichem Getränk etwas auf der Tanzfläche hermachen (wollen). Sie hütet allabendlich die Kassen des Stadl, beherzt wie bestimmt. Im Laufe der Jahre ist nicht nur eine beachtliche Anzahl von beschallten Locations, sondern vor allem ein noch ungleich größerer Schatz an Anekdoten* zusammengekommen. Wen wundert es, bei mehr als einer Dekade Poppartypräsentation. Der Rest ist Geschichte.

Und der Stand der Dinge, 2009? Der Stadler an sich verdreht die Augen und nippt am Bierchen. „Da sehen wir uns den Vorwürfen von echten Spezialisten ausgesetzt. Nämlich, dass wir 1LIVE-Musik spielen würden“. Die Geister, die man rief. Was können denn die Drei dafür, dass besagte KKK-Diktatur mittlerweile das populäre Allesfresser-Radio geentert hat. Da bleibt nur das auch in DJ-Kreisen unerlässliche Anti-Resignationsrezept, von Marius dankenswerterweise angeführt: „Man kann es eben nicht allen recht machen“. Zum Glück!

Alexander Barth

popstadl.de

Popstadl # 100 | 30. Januar | Aoxomoxoa | 22 Uhr
Der Stand der Dinge: Die Tophits der alternativen Popmusik

Kurz davor:
Popstadl # 99,9 | 29. Januar | Raststätte | 21 Uhr
Smoothes Aufwärmprogramm am Jubiläumsvorabend mit alten DJ-Mitstreitern und
Peter Sellers´ Filmklassiker DER PARTYSCHRECK.

Den Überblick im Szeneblabla verloren? -> indiepedia.de
*wegen Platzmangels nur auf Anfrage


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