
Markus
Eine zauberhafte Mail erhielten wir von MOVIEBETA-Experte Markus. Vielen Dank dafür!
Hier ist sie:
Verehrter Gabor,
was für ein geschickter Schachzug: Die Bierfont-Holding übernmmt das Pixel-Empire. Eine Win-Win-Lösung: Der Papst kommt zur ersten Vierfarb-Ausgabe, seit Gutenberg den Buchdruck erfunden hat. Die Beta-Redaktion kann verdient jeden Morgen ein Dagobert-Duck-mäßiges Bad im Geldspeicher des prosperienden Bierfront-Verlags nehmen. Und nebenbei kann Frank auch noch das marode Island kaufen und somit den Aquise-Radius um einige Meter erweitern, die Südstraße mit einem dekorativen Brunnen verschönern (Bronze natürlich, wir sind ja in Aachen) und mit dem Rest aus der Portokasse noch Obamas 850-Fantastilliarden-Dollar-Konjunkturprogramm-Deckel begleichen. So bekommt man gleichzeitig sehr elegant einen Fuß in die Tür des lukrativen transatlantischen Fanzine-Markts für niederprozentige Alkoholika. RESPEKT.
Auch das Interview mit der neuen Frau LuFo, Brigitte Franzen, ist unter krisentechnischen Gesichtspunkten gesehen nicht von schlechten Eltern: Raffiniert getarnt als Remake der beliebten ZEIT-Magazin-Serie „Sagen Sie jetzt nichts, Frau Soundso“ wird wertvolles Redaktions-Kapital gespart. Statt sich bei sündhaft teuren belegten Brötchen Algemeinplatze über Kultur in Aachen im Allgemeinen und der täglichen 10-stündigen Reinigung der Jeff-Koons-Skulptur im Besonderen ins iPhone diktieren zu lassen wird hier souverän Plaz für die Notierung der aktuellen Lottozahlen gelassen. Sofern der Jackpot noch weiter anschwillt und der Papierpreis ungeahnte Höhen erklimmt, dürfte ein satter eBay-Erlös für die Februar-Ausgabe nur eine Frage der Zeit sein.
Der Clou ist allerdings die Rindrlunge für Januar. Einen traurig ereignisarmen Wintermonat zu Recht komplett zu ignorieren und statt dessen einen warmherzigen Appell ans post-weihnachtliche Spenderherz mit der Ästhetik von „Deutschland sucht den Super-Clochard“ zu verbinden, ist nicht nur formal äußerst gelungen; aus marketingtechnischen Gründen ist es ein Geniestreich: Das Geschick, die mittlerweile zu Ruhm und (siehe 1. Abschnitt) baren Mitteln gekommene 1-Mann-Verleger-Dynastie Baksay als mittellose Spitzweg-Kopie zu inszenieren, zeugt von einer Dreistigkeit, von der sich auch blutige Anfänger wie diese notleidenden Banker noch eine gehörige Scheibe abschneiden können. Brilliant!
Ehrlich begeistert
Markus










