PREMIERE: Das Missverständnis von Albert Camus. Mit der Spannung eines Kriminalromans verbinden sich in dieser kühl konstruierten Versuchsanordnung Camus existentialistischer Blick auf den Menschen und seine philosophischen Fragen. Die Ausweglosigkeit des Mutter- und Tochtergespanns, das in ihrer schäbigen Absteige die Durchreisen zu meucheln und auszurauben pflegt, hat bei Camus durchaus biblische Dimensionen. Die Tragödie bekommt makabere Züge als der verschollene Sohn des Hauses unerkannt als Hotelgast einkehrt. Maximale Tragik trifft maximale Spannung oder wie Camus sagt: “Das Tragische sollte dem Unglück einen kräftigen Fußtritt versetzen.” (gb)
Samstag | 06.März | 20 Uhr | Theater K
Weitere Termine: 12.-14./19.&20./25.-27.03.
Zur Entfernung plötzlich anschwellender Raucherbeine sind Sorgfalt, Präzision und richtiges Werkzeug unabdingbar
Jährlich erleiden in Deutschland 130.000 Menschen plötzlich auftretende Depressionen. Damit nicht nur Ersthelfer, sondern auch Laien im Notfall schnell und gezielt handeln können, hat die Stadtverwaltung vierzehn sogenannte „Laiendepris“ angeschafft. Die Geräte sind so konzipiert das jeder ungeschulte Helfer schlagartig auftretenden Lebensüberdruss seiner Mitmenschen behandeln kann. Die Geräte stehen u.a. in der Stadtbibliothek, im Straßenverkehrsamt und zwölf weiteren öffentlich zugänglichen Orten, an denen statistisch signifikante Zustände chronischer Antriebs- und Appetitlosigkeit gemessen wurden.
Eine Initiative, die die notorisch zergrübelte MOVIEBETA-Redaktion aus naheliegenden Gründen begrüßt. Gleichzeitig ist uns aber bewusst, dass das Rauchen eine mindestens ebenso heimtückische Geißel der Menschheit darstellt, wie lähmende Schwermut, Trauer, Trübsinn und Verzweiflung.
Aus diesem Grund haben wir in der Redaktion zwei sog. „Laienampis“ aufgestellt, mit denen auch medizinisch ungeschulte Redaktionsmitglieder, plötzlich anschwellende Raucherbeine ihrer Kollegen sauber und relativ schmerzlos entfernen können.
Wir empfehlen den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung , die nötigen Konsequenzen zu ziehen und an dieser empfindlichen Stelle zügig und unbürokratisch nachzuarbeiten gb
Rennomierten und studierten Leonardo da Vincis des Bass (”Fachblatt”) sollte man mit Respekt gegenübertreten und sie nicht, wenn auch nur irrtümlich, als des Schwitzens fähige Crossover-Musiker verunglimpfen
Lieber Gemeinte**,
in unserer Ankündigung deines Kammermusikabends am 2.1.2010 im Jakobshof unterlief uns ein fataler Fehler, für den wir hier um großzügige Nachsicht bitten wollen. Aber, was war geschehen und vor allem, wie konnte das geschehen? Weiter lesen »
SENSATIONELL: Baksays erster Comic on Demand erreicht das 1. Skizzenstadium. (Edeltraud wollte ja unbedingt Heuschrecken).
Die ungelöste Frage lautet nun, wer wird (wenn überhaupt) wen mit welchen Modalitäten begatten und geht das überhaupt lustig?
Jetzt cool bleiben…
Großes Bilderrätsel: Wer findet alle Vaginas in diesem “Schlüsselbild” von Werner Hofmann?
Die meisten Menschen halten den gesellschaftlich konditionierten “natürlichen Realismus” für die einzig korrekte Form der Wahrnehmung. Dabei ist richtiges Sehen in Wirklichkeit ein aufwendiger Lern- und Emanzipationsprozess, den man durch regelmäßigen Besuch von Kunstaustellungen und sorgfältige Betrachtung seiner Umgebung lebenslang schulen sollte. So kann eine möglichst geschärfte Wahrnehmung dabei helfen, der Menscheit größtes Rätsel, das andere Geschlecht, besser zu verstehen und seine Chancen bei demselben signifikant zu erhöhen. Dem ungeschulten Auge, dagegen, entgehen wichtige Hinweise des Unbewussten und die sinnliche Kompetenz verkümmert auf ihrem niedrigsten Niveau.
Das weiß auch der Maler Werner Hofmann (s.u.). Deshalb hat er in seinem sog. “Schlüsselbild” auf listige Weise diverse Metamorphosen des weiblichen Geschlechts eingearbeitet.
Hier nun unsere Rätselfrage: Wieviele reale, metaphorische und ikonographische Vaginas sind Hofmanns “Schlüsselbild” verborgen?
Kleiner Hinweis: Es sind mehr als Sie denken!Der erste MOVIEBETA-Leser, der uns die richtige Lösung hier als Kommentar postet, erhält als Hauptgewinn das Buch “Die gute Ehe” aus dem C. Bertelsmann Verlag. Es handelt sich dabei um die 5. Auflage aus dem Jahre 1959 mit Lesebändchen und leichten Gebrauchsspuren.
Viel Glück! Gabor Baksay
Für diese exklusiven Aufnahme hat die Bunte richtig bluten müssen
Foto: Bunte Illustrierte
Es ist ja inzwischen hinlänglich bekannt, was für Unsummen die Weltpresse für die geheimnisumwitterten Fotos der Pitt-Jolie-Babys bezahlt hat. Völlig zurecht, wie wir finden. Denn Viv und Knox sind ja auch zu niedlich!Solche Unsummen können wir uns als Gratismagazin aber nicht leisten. Trotzdem langweilen wir unsere Leser nicht mit den inzwischen allseits bekannten und durchgenudelten Schnuckelfotos, sondern präsentieren weltexklusiv zwei top-geheime Aufnahmen der dramatischen Ereignisse bei der Geburt der beiden Lieblinge – und das, wie immer, für unsere werten Leser völlig kostenlos!Unser Krankenhauszeichner, Gabor Baksay, war vor Ort und hat den Stift draufgehalten:
Da hat man es soeben noch geschafft, der Zappanale zu entrinnen, sitzt beschaulich beim dritten Campari und der Lektüre der Zeit in einer dieser Fischbuden am verregneten Strand – denn was anderes als saufend lesen kann man in diesem Kaff nicht unternehmen, es sei denn, man steht auf “Nordic-Walking-Schnupperkursen”, da dröhnt es einem von einer wild gewordenen PA unangenehmst in den Kopf. An “Veronika, der Lenz ist da” wollte ich mich jetzt eigentlich nicht unbeding in Stadiunlautsärke erfreuen. Ebenso wenig am nun wirklich zur Genüge bekannten Zither-Thema von Der 3. Mann oder einer rhythmisch verschleppten Darbietung von If I had a hammer. Zwangsläufig die Zeitung weglegend, blieb mir nichts anderes übrig, als entnervt nach dem Rechten zu sehen. Weiter lesen »
Gibt es etwas gestorberneres als Anti-Ossi-Polemiken? Etwas mieseres, arroganteres, überflüssigeres und im Grunde nur die eigene Borniertheit zur Schau stellenderes, als sich über die kulturelle Rückständigkeit unserer ostdeutschen Mitbürger zu erregen? Wohl kaum. 1990, als es noch galt, die Einheit zu verhindern, mag es ja noch zivilcouragiert oder lobenswert gewesen sein, angesichts der trantütig bis gemeingefährlichen neuesten Volksgenossen mahnend den Zeigefinger zu erheben. Heute ist so etwas 1. weitestgehend erledigt und 2. billig.Wenn allerdings das Schicksal einen als Geisel nimmt und damit heimsucht, in einem stockkonservativ vor sich hin bratendem und brütendem Ostseekaff fest zu sitzen, weil man dem Kind einen Urlaub in einem nun wiederum sensationell guten und nicht hoch genug zu lobenden Pferdegestüt ermöglichen will, und wenn dann noch schlechtes Wetter herrscht und somit kaum Ablenkung von den sich selbst im Weg stehenden Fokuhila-Figuren möglich ist, dann – und nur dann! – sei es erlaubt, seiner Seelennot ein Ventil zu verschaffen und einen ganzen Satz lang darauf herum zu reiten, dass diese grauen, säuerlichen Windelweichgesichter, den ganzen Tag vor ihren Fischterrinen verdösend einen mit dem ungebürstet sein ihrer obligatorischen Schnauzbärte zwar das Robbensterben vergessen lasen aber mit ihrer ausschließlich auf praktische Fragen der Urlaubsgestaltung fokussierten Sülzwurstmentalität (”Was gosded denn so ain Strandgorb bro Dag?”) die unfrohe Stimmung einer überraschungsarmen Erholungstretmühle aufkommen lassen, deren Jammer dann aber abends, zicke zacke Hühnerkacke, zügellos überboten wird von dem kollektiven Jubilieren rot angelaufener Schinkenspeckgesichter, die nach dem dritten Promill endlich locker werdend, einen nach Bierfurz und Herrengedeck miefendem Pitbullhumor in die Nacht hinausbrüllen, dass ihre halb Adolf halb Elvis Frisuren in Unordnung zu geraten drohen und man ihnen am liebsten die Runkelrüben ausknpsen möchte, damit endlich Ruhe ist. (gb)
Die Firma Lidl verbirgt ihre Sehnsucht nach wildem Sex mit imperativen Sauberkeitsappellen
“Sexualität ist Sehnsucht nach Schmutz”, erklärt Franz Kafka völlig korrekt. Wie sehr sich die Macht der Verdrängung auch in die gewerblichen Formen des Warenverkehrs einnistet, zeigt die hier abgebildete Warntafel der Firma Lidl.In einem auch ohne zusätzliche Beschmutzung bereits schäbigen bzw. ekelhaften Gebäude nahe der Aachener Gaststätte “La Bahia”. “Warnung. Jede Beschmutzung des Gebäudes wird sofort zur Anzeige gebracht”, textet die für ihre orgiastischen Selbstbesudelungen berühmte Firma Lidl. Die Prosa in der sie dies tut, ist allerding makellos und bezaubert mit Hemmingwayscher Verdichtung auf das Allernotwendigste. Geschickt steigert sie den Spannungsbogen bis zur atemberaubenden Klimax des Wortes “sofort”.Was den Dichtern der Warntafel aber entgeht, ist die Tatsache, dass ein derart unverhohlen herausgebellter Hinweis auf den eigenen schmierigen Charakter, eine größere Beschmutzung des Gebäudes darstellt, als jede erdenkliche Graffitischmiere. (gb)