Lehmkötter und das bittersüße Geheimnis der Krauses 4/vielen

Teil 4 von Sayn-Wittgenstein

Was bisher geschah:

Man nehme: 1,5 Liter Danziger Goldwasser, 1 Fläschchen China-Öl, 2 Dosen lauwarmes Dortmunder Actien Bräu, 0,75 Liter Red Bull, 25 Päckchen Ahoi-Brause (gemischt), 4 gutaufgedunsene Mescalwürmer, 250 Gramm Schafshirn, einen Spritzer Bremsflüssigkeit und 2 Bund Liebstöckel.
Alles zusammen in einem Putzeimer fein durchpürieren.
Trinken Sie das Ganze ohne zu zögern auf Ex und stülpen Sie sich anschließend den Eimer über den Kopf (Verletzungsprophylaxe!). Jetzt haben Sie eine ungefähre Ahnung von dem, was bisher geschah…

Lehmkötter war es leid. Das Grübeln. Er war es leid! Leid war er es. Jawohl: leid! Oh Gott, was war er es leid. Er hatte die Nase voll. Gestrichen voll. Aber so was von voll! Die Nase. Voll!!! Seit Tagen gelang es ihm nicht den Namen Reuters in das diffizile Puzzle seiner Ermittlungen zu inthronifizieren. Jeder Gedanke – eine Sackgasse. Jede Idee – ein Irrweg. Vor zwei Tagen wusste er sich keinen anderen Rat, als eine stadtbekannte Hellseherin aufzusuchen. Sie hatte seine Hand genommen und gelesen: „Zahnarzt
Erdbeermarmelade
Puffrechnung zahlen,…

haha, sehr lustig, Herr Lehmkötter. Der Witz ist aber auch sooo alt! Das haben Sie doch vorher absichtlich hingekrakelt, um eine billige Pointe zu erschleimen. Sehe ich wirklich nicht zum erstenmal. Warum schreiben eigentlich alle Männer immer Zahnarzt, Erdbeermarmelade, Puffrechnung zahlen?! Gott, wie mich das anödet! Das Schlimmste ist, dass ich das schon wusste, als Sie durch die Tür gekommen sind. So und jetzt raus, Sie Fatzke!“

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Er hatte es vermasselt. Alles blieb sehr verwirrend. Jetzt saß er also wieder zu Hause und grübelte. Er versuchte sich und seine Gedanken zu sammeln. Versuchte sich ins Gedächtnis zu rufen, was bisher geschehen war. Er ging in die Küche. Als er fünf Minuten später wieder sein geliebtes, gemütliches Zwiebeltürmchen betrat, hatte er einen Putzeimer über den Kopf gestülpt. Er eierte ein bißchen durch den Raum und schlug dann der Länge nach hin. Zuerst wurde es schwarz, dann erschienen ein paar rosarote Spiralen, die sich langsam aus dem Blickfeld drehten. Ein seltsam blassgrüner Wald erwuchs um ihn herum, wie im Zeitraffer. Exotische Vögel sangen For he is a jolly Good Fellow.

Aus dem Unterholz kam ein Hirsch auf einem Hüpfball hervorgehoppst, verfolgt von einem bärtigen Mann der auf Lehmkötters Mutter einher ritt. Der Bärtige drosch mit einer alten Tageszeitung wie besessen auf den Hirsch ein. Mutter Lehmkötter wieherte Waidmanns Heil und der Reiter begann lauthals zu singen: Ach wie gut, das niemand weiss, dass ich… Dann war es wieder schwarz. Lehmkötter nahm den Eimer vom Kopf. Interessant interessant, dachte er bei sich. Er schritt zu seinem Schreibtisch und protokollierte das eben Geträumte. Das zu analysieren überstieg – da war er uneitel – bei weitem seinen Horizont. Das war ein Fall für seinen Hauspsychiater: Dr. Ücke-Berger.

Wundern Sie sich an dieser Stelle schon bald über den fünften Teil dieser „Geschichte“, der an Dramatik und schwüler Erotik zu toppen sein wird!

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Ein Kommentar

  1. Puff, the tragic dragon sagt:

    Mescalwürmer, Bremsflüssigkeit – ok – aber Dortmunder Actien Bräu, das geht eindeutig zu weit!

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